Graphic Design Pattern Library

Wie Mobile Enterprise Business Plattformen mit einer Design Pattern Library die Basis für effizientere App-Entwicklung bilden

Die Anzahl der Apps steigt im privaten Bereich immer weiter. Laut Statista befinden sich in Google Play 1.000.000 und im Apple App Store 1.200.000 Apps. Wenn die Mitarbeiter privat nicht mehr auf Smartphone und Apps verzichten können, kann man die Geräte doch auch beruflich nutzen. So denken viele Unternehmen, die damit beginnen Prozesse zu mobilisieren.

Die Anzahl mobiler Unternehmenslösungen steigt im kommenden Jahr von 12 auf durchschnittlich 17 Applikationen pro Unternehmen. 1)

Den Pionieren auf diesem Gebiet ist schnell klar geworden, dass die neue App-Landschaft im Unternehmen nicht nur Vorteile hat, sondern auch Sicherheitsrisiken bedeutet und enorme Ressourcen in der Wartung verschlingt. Die rasante Entwicklung der Endgeräte und der Umstand, dass man jede wichtige Applikation für mindestens zwei Betriebssysteme bauen muss, sorgen für tiefe Stirnfalten in den IT-Abteilungen. Hinzu kommt, dass die Apps sich in Bezug auf die Einfachheit der Benutzung am Niveau anderer Apps orientieren müssen. Nur dann werden sie akzeptiert und bringen dem Unternehmen Vorteile (siehe Kasten).

Vorteile durch die Bereitstellung
mobiler Lösungen und Dienstleistungen 2)

  • erhöhte Flexibilität und Mobilität für Mitarbeiter
  • schnellere Entscheidungsprozesse
  • erhöhte Produktivität/Effizienz der Mitarbeiter durch besseren IT-Einsatz
  • verbesserte Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern
  • orts- und zeitunabhängiger Zugriff auf Unternehmensanwendungen
  • erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit
  • Verbesserung bestehender Geschäftsprozesse

> Bei allen Vorteilen führt aber nur eine erhöhte Nutzerfreundlichkeit zum Erfolg in der Anwendung

 

Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass die Unternehmen zunehmend in standardisierende Maßnahmen investieren, darunter auch sogenannte "Mobile Enterprise Application Platforms" (MEAP). Die technische Entwicklung, Integration, Deployment und das Management von Apps werden beschleunigt. Aber was bringen diese Plattformen für Akzeptanz, Benutzerfreundlichkeit und eine übergeordnete unternehmensweite Nutzererfahrung – die laut Forrester der Kern jeder mobilen Strategie sein muss?

„Business success is always defined by the quality of the overall customer experience.”

Im schlimmsten Fall wirken sie einschränkend und senken das Niveau der Nutzererfahrung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Das ist ebenso problematisch wie ein erstklassiges UX-Design (UX = User Experience), das die technische Plattform überfordert und nur über Sonderwege realisierbar ist. Auch das Design der Benutzerschnittstelle kennt Standards. Wir nennen sie Gestaltungsmuster (Design Patterns). Jede Applikation basiert zu weiten Teilen auf reproduzierbaren Modulen, die sich von App zu App nur wenig unterscheiden. Ansichten, Eingabemasken und Übersichten können flexibel aus einer kleinen Menge von Elementen hergestellt werden. Auch Navigation und Informationsarchitektur folgen bestimmten Mustern, die häufig von den Betriebssystemen vorgegeben werden. Das Problem: Diese Standards sind im Normalfall nicht dokumentiert. Und so werden von App zu App die gleichen Herausforderungen jedes Mal von neuem und immer ein wenig unterschiedlich gelöst.

Graphic Design Pattern Library MEAP

Design Patterns setzen Standards in der Customer Experience

Mit der Nutzung von Design Patterns sieht das ganz anders aus. In einer Bibliothek stehen bereits dokumentierte Lösungen für definierte Probleme zur sinnvollen Kombination bereit. Wer jetzt an einen Lego-Baukasten denkt, hat die richtige Metapher im Kopf. Eine Design Pattern Library (DP-Lib) ermöglicht die schnelle Kombination von standardisierten Komponenten für eine individuelle und nutzerfreundliche Applikation. Das hilft der IT, die sich bereits im Vorfeld auf die verwendeten Design Patterns einstellen kann, und den Gestaltern, die Routinen schneller abarbeiten können. Die Design Pattern Library ergänzt so die mit dem Einsatz einer Mobile Enterprise Application Platform verfolgten Ziele. Natürlich ist die DP-Lib nicht als statisches Gebilde zu verstehen. Testergebnisse, technische Anforderungen, Codelets und die Erfahrungen aus Prototyping und bestehenden Lösungen können in dieses offene Dokumentationssystem einfließen.

Die Design Pattern Library kann zur zentralen Ebene der Mobile Enterprise Application Platform ausgebaut werden.

Nach und nach entsteht so eine solide Wissensbasis, die allen Beteiligten wertvolle Unterstützung bietet. Der Aufbau einer solchen Bibliothek kann schrittweise aus organischem Wachstum erfolgen. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass eine Akzeptanz der DP-Lib erleichtert wird, wenn schon zu Beginn Lösungen zur Verfügung stehen. Die Erstbefüllung sorgt für Quick Wins und vermittelt die Schnelligkeit und Flexibilität im Einsatz. Mit der gewonnenen Zeit kann die DP-Lib weiterentwickelt und an die unternehmensspezifischen Besonderheiten (Workflows, Prozesse) angepasst werden. Als Agentur für digitales Design bieten wir die Design Pattern Library als Leistungspaket an. Darin enthalten ist eine Analyse und Dokumentation bereits bestehender Design Patterns, eine Erstbefüllung und ein begleitendes Training der damit beschäftigten Mitarbeiter.

Von der übergeordneten User Experience zur Corporate SDK

Die Entwicklung neuer Applikationen wird sich mit der DP-Lib schnell und nachhaltig verändern. UX und Technik werden enger miteinander verbunden. Agile Prozesse wie SCRUM und KANBAN können davon profitieren, denn mit der Bibliothek steht eine gemeinsam nutzbare Wissensbasis zur Verfügung. Die Integration von Mobile Enterprise Business Plattformen und einer Design Pattern Library stärkt die Standardisierung der Softwareentwicklung und ist auch vor dem Hintergrund einer stetig steigenden Geschwindigkeit in der App-Entwicklung (Time to Market) ein lohnenswertes Zielbild.

Für das Thema Design Pattern Library steht hier eine Einführung als Präsentation zum Download bereit. Für Fragen und Anregungen zum Thema stehen Ihnen Jens Bothmer (XING) und Felix Guder (XING) zur Verfügung.

 

1) siehe auch Statista
2) Auswahl der wichtigsten Aspekte für mobile Lösungen, Quelle: IDC, 2013  n = 276 IT- und Fachbereichs-Entscheider aus Unternehmen in Deutschland mit mehr als 100 Mitarbeitern