24. Januar 2014 11:35 von Jens Bothmer (Kommentare: 0)

30 Jahre Icons in Betriebssystemen

 
Screenshot 1984 Mac OS

Fairerhalber gratulieren wir dem Mac natürlich heute auch zu seinem 30-jährigen Geburtstag und erinnern uns kurz zurück an seine erste Ausstattung:  3.5 Zoll-Laufwerk, der bekannte Motorola 68000er Prozesser (der u.a. auch in meinem Atari ST 520+ Anwendung fand) 128 Kilobyte RAM, 400 Kilobyte  Speicherplatz, eine nicht verbaute Tastatur und die Maus als Eingabegerät in Kombination mit Icons. Es wurde Drag & Drop eingeführt, es gab eine Undo-Funktion und die Anwendungsprogramme folgten einheitlichen Bedienungskonzepten. Auch wenn dem Macintosch-Modell von 1984 der wirtschaftliche Erfolg vergönnt war, so sind die grundlegenden Bedienungsfunktionen und -konzepte eine Innovation. Wir nutzen diese  bis heute in unseren Geräten vom PC über das Tablet, in Smartphones bis hin zu Terminalgeräten. 

Das wirklich Revolutionäre war die Bedienung des Computers mit der Maus. Herkömmliche PCs arbeiteten damals noch mit Eingaben über die Kommandozeile. Notwendig für den Mac waren dazu die Fenstersystematik im OS und vor allem der Einsatz von Icons. Diese wurden für eine Verringerung der zu vermittelnden Informationen bei gleichbleibender Bedeutung eingesetzt. Icons wurden im Macintosh von 1984 genutzt, um Programme zu starten, Funktionen auszuführen oder Status anzuzeigen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Im Gegenteil: Icons sind heute ein wichtiger Bestandteil der Usability. Schon damals galt für die Qualität der Icons die Wichtigkeit eindeutiger Metaphern für den Rückschluss auf die Funktion, eine einwandfreie technische Umsetzung, gute Erkennbarkeit und eine einwandfreie Darstellung. Während damals die neuen Funktionen ausprobiert wurden, prägten diese gleichzeitig auch die Metaphern. Bis heute klicken wir beispielsweise zum Speichern auf ein Diskettensymbol, obwohl wir seit PC-Generationen kein Diskettenlaufwerk mehr eingebaut haben. Mit dem Erfolg der bildschirmgeführten Navigation haben sich die Anzahl der Icon-Funktionen und ihre Verbreitung drastisch erhöht.

Immer mehr Unternehmen erkennen zudem auch Ihre positive Wirkung für die Markenführung. Sind die grafischen und visuellen Merkmale eines Icon-Sets über einen Styleguide geregelt, so steuern Icons besonders bei digitalen Marken einen gehörigen Anteil zur Differenzierung bei. User Interfaces sind dann mehr austauschbar und bestimmte Metaphern können rechtlich sogar geschützt werden und sind damit trotz großer Verbreitung für den Wettbewerb nicht mehr einsetzbar. Man kann also mit Recht sagen:

“Icons sind die kleinsten Markenboschafter mit der größten Wirkung im Unternehmen.“ 

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