03. Juni 2014 14:42 von Felix Guder (Kommentare: 0)

Auf der WWDC14 gab Apple die ersten Details der weiteren Softwareentwicklung bekannt. Neben vielen kleinen, aber wichtigen Schritten zur Verbesserung der Services wurde auch das überarbeitete Betriebssystem „Yosemite“ vorgestellt. Grund genug, sich ein paar Gedanken und Notizen zum Thema Icon-Design zu machen.

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Neue Icons unten. Frische durch Reduktion. Aber so flat sind die Icons nicht.
 

Apple und Icons sind aufs Engste miteinander verbunden. Mit der grafischen Benutzeroberfläche hat Apple Schritt für Schritt den Massenmarkt erreicht, in dem der Konzern heute den Ton angibt. Die Rolle der Apple Icons als Vorbild und Inspirationsquelle sind mit Otl Aichers Piktogrammen für die olympischen Spiele vergleichbar. Erst vor kurzer Zeit geriet diese Führungsposition ins Wanken. Android, machte eine rasante Entwicklung durch und zeigte, dass man eine hochwertige Produktsprache und Visualisierung vorweisen kann. Gleiches gelang Microsoft, das mit seiner unerwarteten Reduktion von Windows 8 die Zeichen der Zeit genau erkannte. Im Angesicht dieses neuen Design-Trends (Flat Design) sahen die detaillierten Wunderwerke von Apple einfach alt aus. Das bis dahin im Design eher unbedeutende Wort „Skeuomorphismus“ bezeichnete auf einmal Apples Problem.

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Wer Skeuomorphismus sagt, ist Analogie nicht eingefallen. Notizen sind kein Zettelkasten mehr.
 

Das Release von iOS 7 wirkte von daher wie ein Befreiungsschlag, der die alte Hegemonie wieder herstellen sollte. Für das Icon-Design bedeutete iOS 7 einen radikalen Wandel. Farben, Metaphern und Oberflächen wurden geändert, es entstand ein völlig neuer Look. Statt langsam auf die veränderten Design-Trends zu reagieren, setzte Apple sich selbstbewusst an die Spitze. Die Nutzer quittierten diese Veränderung nicht nur mit Begeisterung. 

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Es kann auch mal schiefgehen (Mitte). Zahnräder für Hightech. Die Einstellungen sind wieder mechanisch sinnvoll.
 

„Mobile First“ führte dazu, dass mit iOS 7 das mobile Betriebsystem die Führungsrolle im UX Design übernahm. Mit der Vorstellung von „Yosemite“ wird diese Führungsrolle unterstrichen. Das betrifft das Design der Oberfläche und auch die Icons – sie werden an die schöne neue mobile Welt angepasst. Das heißt: weitere Reduktion, weg mit den Resten von Aqua, Übernahme von iOS-Metaphern. Allerdings verläuft die Umstellung weniger radikal. Der Detailreichtum wird reduziert, Flächen werden vereinfacht und Lichtreflexe werden durch Farbverläufe noch dezenter. Wer aber genau hinsieht, dem wird auffallen, dass durch Schattierung die Dreidimensionalität wieder gesteigert wird.

Man kann über die Gründe dafür nur spekulieren: Haben sich hier die Verantwortlichen von Yosemite mit einem eigenen Stil durchgesetzt? Wollte man die Veränderung durch Zwischenschritte in ihrer Radikalität abschwächen? Oder, werden die Icons für das kommende iOS 8 gerade aktualisiert? Oder müssen sich neue Icons in Nutzertests durchsetzen - auch das kann ein Grund für die gebremste Veränderung sein. Die Langsamkeit der Veränderung zeigt sich besonders bei iPhoto und E-Mail. Diese Icons fallen völlig aus dem Design-Ramen. 

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Öfter mal was Neues. Das Thema Musik über die letzten Jahre.
 

Ganz anders iTunes, hier wird nach langem Wirrwarr ein Farbwechsel von Blau auf Rot vollzogen. Vor dem Hintergrund, dass Farbe das prägendste Merkmal eines Icons ist, fast schon eine Revolution. Freundlich formuliert hat Apple diesen Farbwechsel über die letzten Jahre bereits eingeleitet. Kein anderes Icon liegt in derart vielen verschiedenen Varianten vor und hat seine Farbe und seine Form so oft gewechselt, wir Musik und iTunes. Hier zeigt sich, wie an anderen Stellen auch, dass sich Apple nicht immer als Beispiel für Konsistenz eignet, sondern dass die Designer bei Apple im Bezug auf das Icon-Design deutlich mehr Themen berücksichtigen müssen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass Apple die Bedeutung der kleinen Markenbotschafter bestens verstanden hat.

Das Icons in der Markenkommunikation eine steigende Bedeutung haben, zeigt auch die Iconstorm-Präsentation „Icons sind die neuen Logos“. Sie ist ab Juli verfügbar und kann hier vorbestellt werden.

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